Das Kapitel 8 weist in der kommenden Überarbeitung der ISO 9001 insbesondere neue Anmerkungen auf.
In Bezug auf das Kapitel 8.3 Entwicklung wird detailliert, dass der Entwicklungsprozess „Überprüfungs-, Verifizierungs-, Validierungs- und Rückmeldezyklen“ umfassen kann.
Bei der Steuerung der Produktion und Dienstleistungserbringung (Kapitel 8.5.1) wird ergänzt, dass die Organisation zwischen Produkt- und Dienstleistungsverifizierung oder Prozessvalidierung oder einer Kombination entscheiden kann.
Das große Kapitel 8 Betrieb wird daher vermutlich keine wesentlichen Änderungen aufweisen.
In unserem heutigen Beitrag greifen wir die anstehenden Änderungen in Kapitel 7 „Unterstützung“ auf.
Da das Kapitel bereits in der aktuellen Fassung verschiedene Themen beinhaltet, teilen wir die Neuerungen ebenso auf.
7.1.3 Infrastruktur Es wird eine neue Anmerkung angefügt, die explizit darauf hinweist, dass die Infrastruktur für alle Arten von Arbeiten bestimmt und bereitgestellt werden muss. Es erfolgt ein dezidierter Hinweis auf das Arbeiten in der Ferne, also auch auf die Infrastruktur, die nötig ist, wenn remote gearbeitet wird.
7.1.5.2 Messtechnische Rückführbarkeit
Hier sieht der Entwurf vor, dass der Zusatz zur Ungültigmachung des Kalibrierstatus entfallen soll.
7.1.6 Wissen der Organisation
Um dem Wandel weg von reinen Produkten voranzutreiben, wird hier künftig auf die Ergebnisse des QM-Systems verwiesen werden. Die Einschränkung auf Wissen, das zur Erreichung von Konformität von Produkten und Dienstleistungen bestimmt werden muss, entfällt und wird durch die neue Formulierung weiter gefasst.
7.3 Bewusstsein
Entsprechend der Ergänzungen in Kapitel 5 (Teil 2 unserer kleinen Serie) wird auch hier ein Hinweis eingebracht, dass den Personen nicht nur das QMS sondern auch ethisches Verhalten bewusst gemacht wird.
Trotzdem das Kapitel 7 mehrere Änderungen enthält, werden die Auswirkungen für die Umsetzung im Unternehmen und der Änderungsbedarf am QMS diesbezüglich eher marginal ausfallen.
Teil 3 unserer kleinen Serie zu den Änderungen der ISO 9001 ab Herbst 2026: Differenzierung Risiken und Chancen
Die neue Version der ISO 9001 wird in Kapitel 6 explizit zwischen Risiken und Chancen differenzieren und beide Punkte separat in einem Unterkapitel berücksichtigen.
6.1.1 soll die Bestimmung von Risiken und Chancen beinhalten; 6.1.2 dann die Maßnahmen zum Umgang mit Risiken und 6.1.3 die Maßnahmen zum Umgang mit Chancen.
Mit dieser Änderung wird dem Umstand Rechnung getragen, dass in der Vergangenheit oftmals lediglich auf Risiken eingegangen wurde, Chancen aber außen vor blieben. Der Normgeber wertet jetzt beide Seiten gleich und verweist explizit darauf, dass sowohl Risiken wir auch Chancen zu thematisieren sind.
Zudem wird in den Anmerkungen darauf verwiesen, dass auch „Erwartungen der Kunden und anderer relevanter interessierter Parteien“ eine Sichtweise ist, die beim Thema Risiken und Chancen berücksichtigt werden muss.
Unter dem Kapitel 6.3 wird für die Planung von Änderungen neu ebenfalls differenziert. Die Organisation muss dabei berücksichtigen, wie die Wirksamkeit der Änderungen überwacht und bewertet wird, wie diese kommuniziert und die Ergebnisse der Änderungen überprüft werden.
Auch dieses Thema hat mit der neuen Fassung also an Wertigkeit und Wichtigkeit gewonnen.
Auch wenn die Änderungen der neuen Fassung nicht umfangreiche erscheinen, wird sich im Detail noch zeigen (müssen), inwieweit die Änderungen auch Änderungen am Managementsystem erforderlich machen werden.
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