Zum Hauptinhalt springen
Lerchenweg 5, 93092 Barbing – Illkofen Montag - Freitag: 09:00 - 18:00 Uhr
Nach- haltigkeit
Beratung
& Audit
Training
Rufen Sie uns an...
+49 (170) 73 33 88 8
+49 (151) 14 64 67 94
...oder schreiben Sie uns!
info@awaris-consult.de

Autor: Marc Günther

🌍 ESG-Ratings: Zwischen Effizienz und „Tick-the-Box“-Mentalität

Wer im Einkauf oder im Nachhaltigkeitsmanagement tätig ist, kommt an ihnen nicht mehr vorbei: Plattformen wie EcoVadis oder IntegrityNext sind mittlerweile der Standard, wenn es darum geht, die Lieferkette transparent zu machen.

Diese Tools haben definitiv ihre Daseinsberechtigung. Als erster Schritt im Lieferantenmanagement sind sie sogar unerlässlich, um eine breite Datenbasis zu schaffen und Risiken überhaupt erst sichtbar zu machen. Aber – und hier müssen wir ehrlich sein – ein hohes Rating ist nicht automatisch gleichbedeutend mit echter ökologischer oder sozialer Exzellenz.

Warum wir die Ergebnisse kritisch hinterfragen müssen:

* Algorithmus vs. Realität: Viele Bewertungen basieren auf einer (teilweise KI-gestützten) Analyse von Dokumenten. Wer genau weiß, welche Schlagworte das System „hören“ will, erzielt oft bessere Ergebnisse – unabhängig davon, wie die Praxis im Betrieb aussieht.

* Der „Kleine-Unternehmen“-Nachteil: Der schiere Umfang der Fragebögen überfordert KMU oft. Ein kleiner Betrieb mit exzellenten Werten scheitert eventuell an der Bürokratie, während Großkonzerne ganze Abteilungen für das „Reporting-Game“ abstellen.

* Audit vs. Assessment: Ein Desktop-Assessment ist keine Vor-Ort-Prüfung. Während ein Audit tief in die Prozesse blickt, bewertet die Plattform primär die Qualität der Dokumentation.

* Ressourcen-Shift: Es besteht das Risiko, dass Unternehmen mehr Zeit damit verbringen, „für den Score“ zu optimieren, anstatt diese Energie direkt in echte Nachhaltigkeitsprojekte zu investieren.

* Standardisierung vs. Innovation: Starre Raster lassen oft wenig Raum für individuelle, branchenspezifische Ansätze, die vielleicht effektiver sind als die standardmäßig geforderte „Policy“.

Mein Fazit:

Die Plattformen sind ein hervorragendes Startsignal, aber nicht die Ziellinie. Wer echte Nachhaltigkeit in der Lieferkette will, muss über das Dashboard hinausblicken. Wir brauchen den Dialog mit den Lieferanten und – bei kritischen Warengruppen – den direkten Blick vor Ort.

Ein Rating ist eine Indikation, keine Garantie.

#ESG #Sustainability #SupplyChain #Lieferkettenmanagement #EcoVadis #IntegrityNext #Nachhaltigkeit #Einkauf

Happy Easter!

Wir wünschen all unseren Kontakten ein frohes Osterfest und ein paar erholsame Tage!

Zusammenarbeit statt Kontrolle: Die neue Rolle von Sozialaudits

Lange Zeit wurden Sozialaudits vor allem als Kontrollinstrument verstanden. Auditoren überprüfen Arbeitsbedingungen, dokumentieren Abweichungen und erstellen Berichte. Für viele Lieferanten bedeutete ein Audit daher vor allem eines: Prüfung und Bewertung.

Doch zunehmend verändert sich die Rolle von Sozialaudits. Immer mehr Unternehmen betrachten Audits nicht nur als Momentaufnahme, sondern als Ausgangspunkt für eine stärkere Zusammenarbeit mit ihren Lieferanten.

Statt ausschließlich auf die Identifizierung von Mängeln zu fokussieren, rücken heute gemeinsame Verbesserungsmaßnahmen stärker in den Mittelpunkt. Audit-Ergebnisse werden genutzt, um Trainings zu entwickeln, Managementsysteme zu stärken oder Arbeits- und Sicherheitsstandards langfristig zu verbessern.

Dieser Ansatz macht deutlich: Sozialaudits können mehr sein als reine Kontrolle. Richtig eingesetzt unterstützen sie den Dialog mit Lieferanten und tragen dazu bei, nachhaltige Verbesserungen in der Lieferkette zu erreichen.

Die Zukunft von Sozialaudits liegt daher nicht nur in der Überprüfung von Standards, sondern vor allem in der Zusammenarbeit, die daraus entsteht.