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Autor: Marc Günther

ISO 9001 neu gedacht: Qualitätskultur wird auditierbar

Mit der neuen Version der ISO 9001 rückt ein Thema klar in den Fokus: Qualitätskultur. Qualität ist nicht länger nur Prozess, Dokument oder Kennzahl – sie muss (vor)gelebt werden.
Was bedeutet das konkret? Führungskräfte tragen Verantwortung dafür, Qualität sichtbar vorzuleben: durch Entscheidungen, Prioritäten und tägliches Verhalten. Mitarbeitende orientieren sich daran, ob Qualität wirklich zählt – oder nur auf dem Papier steht.
Neu ist: Qualitätskultur wird auditierbar. Auditoren prüfen künftig nicht nur „was“ definiert ist, sondern wie Qualität im Unternehmen verankert ist. Kommunikation, Führung, Lernen aus Fehlern und gelebte Werte rücken ins Zentrum.
Unternehmen sind damit gefordert, Haltung zu zeigen:

* Wie wird Qualität vorgelebt?
* Wie werden Mitarbeitende eingebunden?
* Wie wird kontinuierliche Verbesserung gefördert?
Die Botschaft ist klar: Ohne gelebte Qualitätskultur kein wirksames Qualitätsmanagement mehr. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, Kultur bewusst zu gestalten – nicht erst zum Audit.

ISO 9001 im Matrixmodell: Die Matrix-Zertifizierung

Können verschiedene Organisationseinheiten oder Firmen beliebig in einem Matrix-Verfahren zertifiziert werden?

Nein, die Anforderungen an ein Matrix-Verfahren ist zum einen fix reguliert und setzt hohe Anforderungen an die teilnehmenden Unternehmen oder Einheiten.

Die Zertifizierung mehrerer Organisationseinheiten nach ISO 9001 auf Basis eines gemeinsam geführten QMS ist möglich, setzt jedoch klare Rahmenbedingungen voraus. Maßgeblich sind dabei die Anforderungen der Deutschen Akkreditierungsstelle (DAkkS) sowie die Vorgaben aus dem IAF MD 1 des International Accreditation Forum.

Das IAF MD 1 fordert ein zentral gesteuertes QMS mit einheitlichen Kernprozessen wie Dokumentenlenkung, internen Audits und Managementbewertung. Verantwortlichkeiten müssen klar geregelt sein, und Korrekturmaßnahmen müssen systemweit wirksam umgesetzt werden. Auch ist die klare Zuteilung von Befugnissen über alle Unternehmen nachweisbar sein. Ohne diese zentrale Steuerung ist eine gemeinsame Zertifizierung nicht zulässig.

Für die Matrix-Zertifizierung bedeutet das eine transparente Abbildung der QMS-Struktur sowie eine risikobasierte Audit- und Stichprobenplanung über alle beteiligten Einheiten hinweg.

Kurz gesagt: Effizienz durch Matrix-Zertifizierung ja – aber nur bei klarer Systemstruktur, zentraler QMS-Verantwortung und konsequenter Anwendung der IAF-MD-1-Vorgaben. 

EU AI Act: KI-Schulungen sind seit Februar 2025 Pflicht

Seit dem 2. Februar 2025 verpflichtet der EU AI Act Unternehmen, Mitarbeitende, die KI nutzen, in der sicheren und verantwortungsvollen Anwendung zu schulen (Art. 4).

Wer ist betroffen?

Alle Unternehmen – unabhängig von Größe oder Branche – sowie alle Mitarbeitenden mit direktem oder indirektem KI-Bezug.

Was gehört in die Schulung?

Grundlagen zu Funktionsweise, Chancen und Risiken von KI

Umgang mit Bias, Halluzinationen und potenziellen Schäden

Rechtliche Pflichten (EU AI Act, DSGVO, Urheberrecht)

Praxisnaher Einsatz, z. B. korrektes Prompting

Warum wichtig?

Auch ohne direkte Bußgelder gilt die Schulung als Sorgfaltspflicht. Fehlende Qualifizierung kann zu Haftungsrisiken, Vertrauensverlust und Wettbewerbsnachteilen führen.

Merken:

Schulungen sollten rollenbasiert erfolgen und dokumentiert werden. Spätestens mit Blick auf August 2026 (Hochrisiko-KI) lohnt es sich, jetzt strukturiert zu handeln.