Änderung der ISO 19011
Änderung der ISO 19011
Während aktuell sehr viel über die (nicht sonderlich umfangreichen) Änderungen der ISO 14001 und bald auch der ISO 9001 geschrieben und gesprochen wird, bleibt eine weitere anstehende Änderung etwas im Hintergrund:
Auch die ISO 19011 wird aktualisiert und bringt tatsächlich einige interessante Änderungen mit sich (Stand Entwurf 2025 / erwartete Veröffentlichung 2026).
Wichtig: Es handelt sich weiterhin nicht um eine zertifizierbare Norm, sondern um einen Leitfaden für Audits.
Hier sind die wichtigsten neuen bzw. erweiterten Anforderungen/Schwerpunkte gegenüber der Version von 2018:
🔧 1. Stärkerer Fokus auf Remote- und Hybrid-Audits
- Remote-Audits werden erstmals umfassend geregelt
- Gleichwertigkeit zu Vor-Ort-Audits wird betont
- Anforderungen an:
- IT-Tools
- Datensicherheit
- Kommunikation
👉 Ziel: Audits flexibler und digital durchführen
⚠️ 2. Deutlich stärkerer risikobasierter Ansatz
- Risiko steuert stärker:
- Auditplanung
- Auditumfang
- Fokus auf „wesentliche Risiken“ statt „alles prüfen“
👉 effizientere Audits
🏭 3. Mehr Gewicht auf Lieferanten- und Supply-Chain-Audits
- Lieferantenaudits werden wichtiger
- Bewertung von:
- Lieferkettenrisiken
- Stabilität und Resilienz
👉 besonders relevant für globale Unternehmen
💻 4. Digitalisierung & Einsatz von Tools
- Digitale Auditmethoden werden konkret beschrieben:
- Datenräume
- Video-Audits
- Analyse-Tools
- Anforderungen an Nachvollziehbarkeit und Dokumentation steigen
👉 Digitalisierung wird „Standard“, nicht Zusatz
🧠 5. Höhere Anforderungen an Auditor-Kompetenzen
- Erweiterte Kompetenzprofile:
- digitale Fähigkeiten
- Risikobewertung
- Soft Skills (z. B. Kommunikation remote)
👉 Auditoren müssen vielseitiger werden
🧭 6. Modernisierung des Auditansatzes insgesamt
- stärker:
- praxisorientiert
- flexibel
- technologiegestützt
- Ziel: mehr Mehrwert durch Audits (nicht nur Kontrolle)
✅ Kurz gesagt:
Die neue ISO 19011 macht Audits
➡ digitaler
➡ risikoorientierter
➡ nachhaltigkeitsbezogener
➡ flexibler (Remote/Hybrid)